Über Uns

Wir sind eine Gruppe von Sozialarbeitenden (aus der Praxis, Studierende, wissenschaftliche Mitarbeitende etc.), die nicht einverstanden sind mit dem beschlossenen Gesetz  zur Observierung von Versicherten (Gesetzesergänzung für den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts). Wir haben deshalb entschieden, uns gemeinsam gegen die Einführung des Gesetzes zu engagieren.

Denn aus Sicht der  Sozialen Arbeit würde die Einführung des neuen Gesetzes bedeuten, dass das Misstrauensklima, die Zusammenarbeit zwischen Versicherten und Sozialversicherungen so wie auch zwischen Menschen, die auf Unterstützung und Begleitung der Sozialen Arbeit angewiesen sind, untergraben wird. Gerade für die Praxis Sozialer Arbeit sind respektvolle Begegnungen und Vertrauen ein Fundament für den gelingenden Aufbau von Perspektiven.

Wir haben uns von Anfang an gegen das Gesetz engagiert und uns aktiv beim Sammeln der Unterschriften beteiligt. Nun wollen wir mit Argumenten aus Sicht der Sozialen Arbeit zu einer fachlichen Debatte über das neue Gesetz beitragen.

Wie ist es dazu gekommen?

Im Umfeld der Sozialen Arbeit war von Beginn weg Empörung über den Parlamentsbeschluss zum Artikel 43a des ATSG auszumachen. Eine kleine Gruppe von angehenden, ausgebildeten und dozierenden Sozialarbeitenden tat sich in der Folge zusammen, um sich über das unsägliche Gesetz auszutauschen und mögliche Wege des Widerstands zu besprechen.

Zu Beginn haben wir der „Wilden Gruppe“, von der wir wussten, dass sie die Lancierung eines Referendums in Erwägung ziehen, unsere Solidarität und Unterstützung ausgedrückt. Mit der öffentlichen Bekanntgabe der Referendumsanstrengung wenig später, wurde erfreulicherweise klar, dass wir längst nicht die Einzigen sind, die der privatdetektivischen Beschattung von Sozialleistungsbeziehenden ablehnend gegenüberstehen.

Die Lancierung des Referendums ermutigte unsere Gruppe zur Formierung eines Bündnisses von Sozialarbeitenden mit dem Arbeitstitel „Soziale Arbeit gegen Überwachung“ . Grundsätzlich kritisieren wir die repressiven Tendenzen in der Sozialpolitik sowie die zunehmende Stigmatisierung, welcher Klient*innen der Sozialen Arbeit ausgesetzt sind.

Seit letztem April trifft sich eine konstante Gruppe von Sozialarbeitenden regelmässig zu Sitzungen, um sich theoretisch-argumentativ mit der Thematik im Allgemeinen und konkret mit dem Art. 43a. ATSG auseinanderzusetzen. Daneben haben wir  Sammelaktionen für das Referendum durchgeführt und/oder schlossen uns solchen an. Wir haben versucht, die Akteur*innen der Sozialen Arbeit für die Thematik zu sensibilisieren und haben bei verschiedenen Gelegenheiten unsere erarbeiteten Standpunkte vertreten. Dazu haben wir einen Aufruf inklusive Argumentarium (Aufruf_Argumentarium_Bündnis_Soziale_Arbeit_gegen_Überwachung) an viele sozialarbeiterische Organisationen versendet und bereits während der Referendumsfrist einen öffentlichen Vortrag und Diskussionsanlass zum Thema organisiert.

Nun, da es auf die Abstimmung zugeht, wollen wir unser Engagement mit dieser Homepage nochmal intensivieren.  Wir stellen hier unsere theoretisch-argumentative Auseinandersetzung, Beiträge zu einer fachlichen Debatte aus sozialarbeiterischer Sicht sowie öffentliche Anlässe zum Referendum zusammen.